Aktuelles
Gestalttherapie und Traumatherapie

Soziale und strukturelle Traumen

Leid ist immer im jeweiligen sozialen und gesellschaftlichen Kontext zu sehen – ansonsten werden Menschen zu bloßen Symptomträgern und Trauma wird zum Werkzeug gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Eine soziale Traumatisierung wird auch als „man-made“ Trauma verstanden und bezieht sich auf Gewaltverhältnisse unterschiedlicher Art: auf körperliche, emotionale, sexualisierte oder rituelle Gewalt. Diese Gewaltverhältnisse sind eng mit strukturellen Traumatisierungen verbunden, wie Armut, Flucht, Kriege, diktatorische Regime. Die historisch-gesellschaftliche Situation mitsamt ihren Macht- und Herrschaftsverhältnissen ist Teil des traumatischen Prozesses und damit im Sinne einer Anerkennung  zu artikulieren fernab einer Medikalisierung von Leid in Form einer Krankheitsdiagnose.

In diesem Sinne erachten wir das Verständnis für den traumatischen Hintergrund als überaus bedeutsam. Wird dieser ausgeblendet, so wird z.B. durch sexualisierte Gewalt verursachtes Leid individuell pathologisiert. Damit wird Anerkennung verweigert.

Dieser Zusammenhang findet Raum in unseren therapeutischen Bemühungen, indem wir es uns zur Aufgabe machen, die sozialen und strukturellen Ursachen für Leid ins Bewusstsein zu bringen und zu bezeugen.