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Gestalttherapie und Traumatherapie

Soziale Veränderung

Unsere Arbeit geht über eine konventionell psychotherapeutische Arbeit hinaus. Die Lesart unserer Arbeit sowie unser Selbstverständnis orientieren sich stets auch an der Frage nach sozialer Veränderung.

Sein Leben zu leben, zu lieben, zu atmen, sich zu bewegen, zu gestalten, sich auszudrücken – all das sind Fähigkeiten für ein mögliches Leben. Ein mögliches Leben ist nicht einfach gegeben. Es sind die Grenzen des Menschlichen, entlang derer Lebensformen und Seinsweisen unterschiedlich anerkannt, unterschiedlich sozial lebbar werden. Dieser ethische Aspekt einer sozialen Praxis der Anerkennung vielfältiger Sein- und Lebensweisen ist Teil des gemeinschaftlichen Bündnisses einer „Praxis der Differenz“, zu der wir uns verstehen.

Verletzungen, Leid, seelische Wunden sind beheimatet im unmittelbaren Erlebensraum. In der menschlichen Erfahrung jedes Einzelnen. Diese Verletzungsoffenheit ist Teil menschlicher Existenz. Der Schauplatz der Verwundung ist jedoch oftmals das Resonanzfeld zwischen ich und du, ego und alter: der „Grenzraum“ zwischen dem Leib und sozial-politischen Normierungen. Eine Anerkennung subjektiv gelebten Leides in einem Feld gemeinschaftlicher Bindungen ist Ziel unserer Arbeit.

Wir können nicht über uns selbst oder unser Handeln reflektieren, ohne genauso die sozialen Bedingungen zu beachten, die dieses Selbst und dessen Handlung möglich und verstehbar werden lassen. (...) Ich denke, dass man sich selbst oder seine Handlung nicht völlig verstehen kann ohne Verständnis der sozialen Normen, in denen man lebt und das bedeutet, dass Ethik uns zum Problem der Sozialkritik weist. (Judith Butler)

Mehr Hintergrund: "Praxis der Differenz"